WCAG 2 - Skalierbare Schriften

Checkpunkt 1.4.4 Resize Text

Schon die WCAG 1 forderte den Einsatz von relativen Schriftgrößen, um so die Vergrößerung der Schrift durch den Benutzer zu gewährleisten. Eine berechtigte Forderung für alle Menschen, die schlecht oder nur eingeschränkt sehen können.
Der Einsatz relativer Schriftgrößen erlaubt es dem Benutzer die Schriftgröße in seinem Browser so einzustellen , dass die angezeigte Schriftgröße, seinen Ansprüchen angepasst, skaliert wird.

Allerdings fanden sich jedoch keine eindeutigen Hinweise darauf, um viel Prozent die Schrift skalierbar sein muss, um dieses Kriterium zu erfüllen. In Entwicklerkreisen handelte man mit 150 %, was der maximalen Textgröße im Internet Explorer 6 entsprach.

Hier fordert die WCAG 2 jetzt eindeutig eine Vergrößerung von bis zu 200 % ohne das auftreten von horizontalen Scrollbars.
Die Frage ist nur 200% von was? Das wird nicht eindeutig definiert. Da es für niemanden die optimale Standardschriftgröße gibt. Während jemand mit Tunnelblick kleinere Schriften bevorzugt , braucht jemand mit starker Fehlsichtigkeit eher größere Schriften, so dass hier tatsächlich keine eindeutige Angabe zu machen ist.

Gerade bei dreispaltigen Layouts kann diese Forderung schnell zu Darstellungsproblemen führen, wenn man bei einer Standardanfangsgröße von 0.8em der vordefinierten Standardschriftgröße loslegt und die Seitenbreite wegen der besseren Lesbarkeit einschränkt.

Es braucht nur längere Wörter in der Navigation auf der linken Seite und schon überlappen sich die einzelne Seitenbereiche.
Was wäre eine mögliche Lösung? Ich starte einfach in der normalen Ansicht mit einer kleineren Schriftgröße, und mein Layout ist gerettet?
Helfen tut diese Lösung wenig, sondern sie führt nur dazu, dass Seiten teilweise auch schon für Menschen mit normaler Sehkraft schwerer lesbar werden.

Vielleicht sehen wir jetzt in Zukunft tatsächlich mehr Seiten mit einer optisch gesehenen Schriftgröße von 11 statt von 12 Pixeln , dies wäre allerdings schade.

In diesen Checkpunkt konnte ich keine eindeutige Angaben über möglich verwendetet Auflösungen finden. Vielleicht steht dies an anderer Stelle zu der ich noch nicht vorgedrungen bin.
Wenn das ganze bildschirmauflösungsunabhängig gemeint sein sollte, was ich nicht wirklich glaube, könnte es sein , dass wir in Zukunft immer mehr Seiten finden, die die gesamte Bildschirmbreite ausnutzen. Was gerade bei großen Auflösungen nicht unbedingt zur besseren Lesbarkeit beiträgt, da die Textzeilen entsprechend lang werden.

Um diesen Anspruch trotzdem gerecht zu werden, könnte man auch ein zusätzliches Layout über einen Styleswitchers anbieten, was die dargestellten Informationen in einer linearisierten Form bereitstellt. Hier ist eine Schriftvergrößerung unproblematisch, da die Inhalte untereinander und nicht nebeneinander dargestellt werden.
Dieser Vorschlag ist sehr praktisch führt aber zu einem höheren Aufwand und damit zu zusätzlichen Kosten.

Die mögliche Lösung

Ein weiterer Lösungsweg läge in der Möglichkeit em auch im Bereich der Positionierung einzusetzen. Der Weg hier sollte jedoch gut durchdacht werden. Wenn der gesamte Seitenbereich mit em ausgezeichnet wird skaliert die gesamte Seite , was automatisch zu horizontalen scrollbars führt, die nicht gewünscht sind.

Sinnvoll wäre es also z.B . den Rahmen eine maximale Breite in Pixeln zu geben und die Bereiche darin so anzuordnen, dass sie ab einer bestimmten Schriftgrösse untereinander dargestellt werden können.

Für moderne Browser gibt es dafür eine einfache Lösung .
Ich positioniere wie bei skalierbaren Layouts üblich nach wie vor in Prozent, gebe aber eine Mindestbreite in em an, die aber bei Standardschriftgröße und zweimaligen skalieren immer noch kleiner ist als, die in Prozent angegeben Seitenbreite. Das heißt diese Mindestbreite kommt erst zum Zuge, wenn die Schrift sehr groß wird. Die Bereiche werden dann untereinander dargestellt.

Siehe Beispiel

Auf die Schnelle fällt mir leider keine Lösung an die sich einfach auf den Internet Explorer 6 anwenden ließe.