Radiointerview: Die Ich-AG boomt.
Radiointerview zum Thema, mit Angie Radtke und Peter Jülicher vom Bundeswirtschaftsministerium
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Anmoderation:
Die Ich-AG boomt. Immer mehr Arbeitslose machen sich mit dem Existenzgründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit selbständig.Beitrag:
Die frühere Krankenschwester Angelika Radtke hat während ihres Erziehungsurlaubes und ihrer anschließenden Arbeitslosigkeit ihre Leidenschaft für das Internet entdeckt. Und mit der Leidenschaft kam dann auch der Gedanke, sich beruflich selbständig zu machen:Radtke:
Ich habe mir ganz, ganz lange überlegt, was ich machen will und habe ein Unternehmenskonzept geschrieben. Zu Beginn dachte ich, ich spezialisiere mich eher auf kleinere Unternehmen. Das hat sich aber mittlerweile verändert, zumal das Thema Barrierefreiheit in den Vordergrund gerückt ist, und das ist eben eher was für mittlerständische bis größere Unternehmen.Sprecher:
Für die erstellt die Gründerin schon seit über einem Jahr Internetseiten, die beispielsweise auch von sehbehinderten Menschen benutzt werden können und daher eben barrierefrei sein müssen. Über 155.000 Gründer und Gründerinnen wie Angelika Radtke haben seit Januar letzten Jahres den Existenzgründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch genommen. Ein Erfolg wie Peter Jülicher vom Bundeswirtschaftsministerium findet:Jülicher:
Die Förderung von vormals arbeitslos gemeldeten Existenzgründern hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, wenn es darum geht, Arbeitslosigkeit zu beenden. Sprecher:
Doch auch, wenn jedem Arbeitslosen, der sich selbständig machen möchte der Existenzgründungszuschuss zusteht, warnt Peter Jülicher davor, den Weg in die Selbständigkeit zu leicht zu nehmen.Jülicher:
Es ist zwar richtig, dass Existenzgründer, die mit einer "Ich-AG" starten wollen, keinen Businessplan vorlegen müssen, es ist aber jede Arbeitslosen nur zu raten, dass er sich vorher ausführlich über die Möglichkeiten und Risiken einer selbständigen Erwerbstätigkeit informiert Die Erarbeitung eines Konzepts im Vorfeld ist dabei gleichwohl wichtig, um Fehler im Vorfeld zu vermeiden. Sprecher: Entschieden hat sich Angelika Radtke für die Ich-AG vor allem aus Gründen der sozialen Absicherung.Radtke:
Und zwar ging es damals um die Krankenkassen. Die Krankenkassenbeiträge sind ja für einen Selbständigen relativ hoch. Und die Ich- AG gab mir einfach die Möglichkeit mit fixen Kosten zu rechnen und die ich kalkulieren konnte und das hat mich dann zum Arbeitsamt geführt.Sprecher:
Seit eineinhalb Jahren ist Angelika Radtke nun auf dem Markt. Entgegen der ersten ganz düsteren Prognosen ihrer Arbeitsagentur wurde sie mittlerweile mit ihrem Unternehmen für den Deutschen Multimedia Award nominiert.